Schoko Bücher


 
               

Schokolade Buchtipp – Karen Grol (Hg.):

100% Schokolade

30 Autoren berichten über Schokolade-Genüsse und das kleine zartschmelzende Glück: Ein Buchtipp für alle, die Naschkatzen auch gerne mal literarisch beschenken möchtenKann Lesen dick machen? Normalerweise tut es das natürlich nicht, aber bei „100% Prozent Schokolade“ könnte diese Gefahr durchaus bestehen. Denn nach der Lektüre des von Karen Grol herausgegebenen Buchs mit 30 Geschichten über Schoko-Genuss kann man nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen. Vielmehr zieht es einen fast magisch zur schwer zugänglichen Ecke im obersten Küchenschrank, in der die süßen Vorräte aufbewahrt werden. Liegt das zartschmelzende Stück dann endlich auf der Zunge, empfindet der Leser, was Karen Grols Autorenriege so meisterhaft und überaus treffend beschreibt: nämlich, dass Schokolade glücklich machen kann.
Trostpflaster und Liebesbotschaft: Geschichten über Schokolade

Die Geschichten erzählen von vielen Varianten des süßen Glücks: von Schokolade als Trostpflaster, als Liebesbotschaft oder als Motor für Kreativität. Und ganz wichtig: von Schokolade als Stoff, aus dem schöne Erinnerungen gemacht sind, wie etwa Ulrike Rylance in ihrer Geschichte „Kleine Kostprobe“ so treffend beschreibt: Nachdem Frank, der Held ihrer Erzählung, sich die mit Schokolade beschmierten Finger abschleckt, überkommt ihn die Erinnerung „wie eine riesige Welle“: „Intensiver Schokolade-Geschmack explodierte in seinem Mund. Frank schmeckte cremige Kakaobutter und eine Art bittersüßen Schmelz, der sich auf seiner Zunge ausbreitet und sich dann auflöste. Während er an seinen klebrigen Fingern saugte wie ein Wickelkind, erinnerte er sich an eine Begebenheit, die er schon längst vergessen geglaubt hatte (…).“
Nachts etwas zum Naschen – Schokolade oder Schokokuchen

Vertraute Gefühle tauchen auch dann auf, wenn etwa die Autorin Elvira Lauscher ihre Heldin gekonnt über die Auswirkungen nächtlicher Schokoladen-Naschsucht berichten lässt. Denkt man an eigene ähnliche Erlebnisse, erscheinen ihre Überlegungen, ob die Geschmacksnerven nachts nicht viel empfindlicher, sozusagen wacher seien als am Tag, durchaus plausibel.

Ein schönes Buch, welches das Thema Schokolade variantenreich und mit beeindruckender Kreativität aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. Die 30 Autoren der Anthologie aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beweisen durchwegs literarisches Talent. Wie viele Texte unter Einfluss von Schokolade geschrieben wurden, ist nicht bekannt. Der Qualität der Arbeiten nach zu urteilen, dürfte es aber ein beträchtlicher Anteil gewesen sein.

Nicht ganz so überzeugend sind leider die sechs Zeichnungen, die den literarischen Schokoladegenuss ergänzen. Die Illustrationen des Buchs bringen das Thema nicht auf den Punkt, wirken seltsam fremd – wie ein Mensch, der sich im Kaufhaus zufällig in die Schokoladenabteilung verirrt hat und nicht weiß, was er da soll, weil er mit Süßigkeiten einfach nichts am Hut hat.

Trotz dieses kleinen Mankos ist „100% Schokolade“ ein schönes Geschenkbuch – ideal für alle Naschkatzen und natürlich perfekt kombinierbar mit einer tollen Bonboniere oder 100 Gramm Zartbitter.


 
               

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